Frühlingsgefühle
Artikel vom 01.01.1970
4/25 | Chiara Klormann ist von März bis Mai 2025 Praktikantin bei der Schader-Stiftung. Sie studiert Geographie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
Frühlingsgefühle
Zu Beginn meines Praktikums im März in der Schader-Stiftung kämpfen Winter und Frühling um Deutungshoheit. Der Winter, faktisch schon verabschiedet, stottert wie ein alter Motor zwischen Daunen- und Jeansjacke vor und zurück. Aber der Frühling legt nach: Bei Vogelzwitschern begrüßen mich Schneeglöckchen und erste Krokusse auf den Grünstreifen Darmstadts. Mein Praktikum beginnt in einer trostlosen Jahreszeit, die aber auch Hoffnung auf das Jahr macht.
Die gerade vergangenen Darmstädter Tage der Transformation (DTdT) verstärkten das Gefühl von Hoffnung. Im Vordergrund standen Handlungsmöglichkeiten von kleinen und mittleren Unternehmen bezüglich sozialökologischer Gesichtspunkte einer nachhaltigen Entwicklung, nach dem vergangenen Wahlkampf ein erfrischendes Thema. Das Schader-Forum wurde mit dem Programm der diesjährigen DTdT zu einem Ort, an dem der Klimawandel nicht nur als Katastrophe, sondern über die praxisbezogenen Themenfelder Ausbildung, Bauen, Kreislaufwirtschaft, Wärmeplanung, kommunale Grün- und Gewerbeflächen, nachhaltiges Geld- und Finanzwesen oder Fußball als zu bewältigende Aufgabe greifbar gemacht wurde. Es war spannend, den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis in den verschiedenen Workshops zu beobachten und ich bin gespannt, welche Konsequenzen nun im Alltagsgeschäft der Teilnehmenden folgen.
So kalt es draußen auch war, so warm war die Atmosphäre innerhalb der Schader-Stiftung, da der Ofen für die anstehenden DTdT auf Hochtouren lief und die letzten Vorbereitungen getroffen werden mussten. Parallel fanden aber auch noch weitere Veranstaltungen statt, an denen ich teilhaben durfte. In der Veranstaltung „Wurzelsuche“ las Martin Piekar aus seinem Buch „Livestream und Leichen“, ein autobiographischer Gedichtband, in dem Lesende Einblicke in eine postmigrantische Adoleszenz erhaschen können, im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit dem Deutschen Polen Institut. Außerdem konnte ich an der Veranstaltung „Empowerment & Innovation – Frauen in der Gründungsszene“ teilhaben, in der deutlich wurde, wie Frauen mehr Mut fassen dürfen, selbst zu gründen.
Nach vier Wochen weiß ich: Hier ist ein Ort, an dem gesellschaftliche Herausforderungen nicht nur erkannt, sondern auch angegangen werden – und zum Schluss gibt es Brezeln!
Herzliche Grüße
Chiara Klormann